Jan 28, 2016 | Post by: Sabine No Comments

Für Fans des Online-Zeitungslesens: Neuer News-Aggregator „Upday“ von Springer

Im Rahmen einer Netzwerkveranstaltung des Frankfurter Presseclub am Dienstag, 19. Janaur 2016, im Wyndham Grand Hotel in Frankfurt stellte Jan-Eric Peters, stellvertretender CEO von Upday, das neue Angebot des Springer-Verlags vor. Ich war sehr gespannt darauf, hatte ich doch vorher, ehrlich gesagt, noch nichts davon gehört. Was bietet Springer genau an? Wie unterscheidet sich das Angebot von anderen Apps und News-Aggregatoren? Und was ist eigentlich mit dem Leistungsschutzrecht, dessen Einhaltung die Verlage zum Beispiel gegenüber Google vehement eingefordert haben?

Was ist Upday?

Upday, der neue Nachrichten-Aggregator von Springer enthält sowohl einen personalisierbaren Newsstream, der sich mit Nutzung der Anwendung verfeinern soll, als auch einen Bereich mit Top-News, die von einem Journalisten-Team kuratiert werden. Auf sogenannten „Karten“ wird die Nachricht kurz zusammengefasst und auf die Originalquelle verlinkt. Dabei werden die Springer-Medien nicht bevorzugt, wichtig ist den Machern eine ausgewogene Mischung. Im Portfolio sind große Marken wie Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel oder Handelsblatt, ebenso wie Blogs und Angebote wie Huffington Post oder BuzzFeed. „Natürlich halten wir uns an das Leistungsschutzrecht – in Deutschland, anderswo gibt es das ja nicht“, versichert Jan-Eric Peters, stellvertretender CEO von Upday. Für die Publisher habe das Angebot ja auch den Vorteil, dass die App ihnen Reichweite bringt. Und selbstverständlich wolle man Publisher auch bezahlen.

Upday ist exklusiv an Samsung gekoppelt und soll tief in das System der Geräte integriert werden – so wie das bei Flipboard im Moment der Fall ist. Ob sich das in Zukunft ändert? Darüber wollte Peters bei der Veranstaltung in Frankfurt noch keine Aussage treffen. „Wir nehmen in Kauf, dass man uns auf anderen Geräten nicht lesen kann“, sagt Peters. Da Samsung Marktführer sei, mit einem Marktanteil von 43 Prozent bei Smartphones, sieht Peters das aber recht entspannt. Die Betaphase läuft derzeit in Deutschland und Polen, der Launch startet im März in vier Ländern: Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien. Geld verdient werden soll mit Werbung: Zwischen den Karten mit den Zusammenfassungen erscheinen dann immer mal wieder Karten mit Anzeigen.

Was macht Upday anders?

Aber was ist anders an Upday? Nachrichtenaggregatoren sind ja nicht neu, Flipboard zum Beispiel ist seit 2010 auf dem Markt und gilt als Vorreiter. Die News aus RSS-Feeds stellt Flipboard nicht als langweilige Liste dar, sondern erstellt daraus ein digitales Magazin. Zudem bindet es auch sehr schön die sozialen Plattformen mit ein, wie Facebook, Instagram und Youtube. Davor gab es vor allem den Google Reader, der inzwischen leider eingestellt wurde. Ich bin zumindest am PC nach dem Aus des Google Readers auf Feedly umgestiegen und ganz aktuell auch auf die App für das Smartphone.

Den Vorteil des Angebots sieht Springer darin, dass sie als Medienkonzern mit Journalisten an Upday sitzen und kein Technologieunternehmen. Der Inhalt umfasst sowohl durch ein Redaktions-Team in Berlin ausgewählte Informationen als auch ein Algorithmus-basiertes Portfolio, das auf die individuellen Nutzerinteressen zugeschnitten ist. „Wir nutzen 24 Algorithmen. Wir haben versucht, den elektronischen Chefredakteur zu erfinden“, so Peters.

Wo entsteht Upday?

Das Team in Berlin sei schnell gewachsen, sagt Peters. Zurzeit hat Upday etwa 80 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon Androidentwickler, junge Leute aus der ganzen Welt. Auch die Server stehen in Berlin. Zusätzlich sitzen in Warschau sechs Journalisten für das polnische Angebot. Das Upday beim Springer Verlag eine wichtige Rolle in der Digitalstrategie des Verlags spielt, sieht man an der hochkarätigen Besetzung mit dem Digital-Experten des Verlags Peter Würtenberger als Chief Executive Officer und dem ehemaligen Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters als Chief Product Officer und stellvertretendem CEO.

Wie ist der Umgang mit meinen Daten?

Besonders das Thema Datenschutz war ein Thema in der Fragerunde beim Frankfurter Presseclub. Wie nutzt Upday oder der Springer-Verlag die erhobenen Daten der Nutzer? „Wir nutzen die Daten, um das Angebot auf den Einzelnen zuzuschneiden. Wir verkaufen ganz sicher keine Daten“, versichert Peters. Man bewege sich im Rahmen des Datenschutzgesetzes …

Interessante Links zum Thema:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.