Aug 20, 2011 | Post by: Sabine No Comments

Pressearbeit für Gründer: Individuell und authentisch

Ich habe vor kurzem mit einem Neu-Unternehmensgründer gesprochen. In Sachen Marketing und Online-Kommunikation war das Unternehmen schon gut aufgestellt. „Aber es wäre auch schön, mal in den klassischen Printmedien zu sein – mit dem, was wir so machen.” Wie gehe ich da vor? Brauche ich eine Agentur? Was kostet das? Das sind die üblichen Fragen.

Ich bin der Meinung, das ist keine unlösbare Aufgabe. Bis zu einem gewissen Punkt kann jeder selbst gute Arbeit leisten. Und es wirkt – gerade bei den Lokalmedien – auch authentischer und sympathischer, wenn der motivierte Gründer sein Thema selbst „verkauft” Wenn er es richtig macht. Voraussetzung für eine kompetente Pressearbeit ist natürlich eine gründliche Recherche der Medienlandschaft und ein Konzept, wie und mit welchen Themen die Medien angesprochen werden sollen. Gerade in dieser Phase kann die Unterstützung von Fachleuten hilfreich sein.

Für einen Start in die Pressearbeit mit einer übersichtlichen Zahl von Zielmedien würde ich den persönlichen und individuellen Weg wählen. Folgende Schritte sind notwendig:

Festlegung der Themen, die transportiert werden sollen:

Neues Unternehmen gegründet hat selten einen ausreichenden News-Wert. Besser: Themen, die gerade diskutiert werden aufgreifen und zeigen, was man als Unternehmen tun kann bzw. schon getan hat.

Recherche der gewünschten Zielmedien:

Die Leser welches Mediums könnten sich für mein Thema interessieren bzw. welche Leser will ich erreichen? Neben Zeitungen und Zeitschriften auch an Radio und Lokalfernsehen denken. Bei IVW gibt es einen guten Überblick über alle IVW-geprüften Medien, inklusive Selektion nach Ort. Hier finden sich auch verlässliche und aktuelle Angaben zu Auflagenzahlen und Erscheinungsweise. Ergänzend ist natürlich Wikipedia immer eine gute Adresse, aber auch bei zeitungen.de lässt es sich ganz gut recherchieren:


Recherche des entsprechenden Ansprechpartners in der Redaktion (das kann je nach Thema der Fachredakteur oder der Lokalredakteur sein). Auch freie Journalisten nicht vergessen, die haben meist Schwerpunktthemen und sind immer interessiert an Futter zu diesen.

Pressearbeit

Kontaktaufnahme

Auf diese Weise gut vorbereitet kann jetzt der Kontakt erfolgen. Das ist aber der schwierigste und oft auch frustrierendste Schritt. Besser ist es, darauf vorbereitet zu sein, dass die Redaktion nicht genau auf dieses Thema gewartet hat. Das sind seltene Glücksfälle und dafür umso schöner. Meist bedeutet Kontaktaufnahme dran bleiben und überzeugen. Präsent sein, aber nicht nerven.

Überzeugend sind ein gutes Thema und gute Informationen dazu, die auch auf das jeweilige Medium zugeschnitten sind (plus Interview- und Gesprächsangebote). Dann kann man auch langfristig eine gute Zusammenarbeit erwarten.

Telefonieren oder schreiben?

Der Griff zum Hörer ist immer effektiver. Ich bevorzuge das persönliche Gespräch zu Beginn und dann versende ich die Informationen. Dann weiß der Empfänger auch gleich, was da rein kommt. Eine andere Sache ist es, wenn regelmäßig Presseinformationen versendet werden. Dann sollte nicht jedes Mal ein Telefonat folgen. Der Journalist hat ja auch noch anderes zu tun, als mit PR-Leuten und Unternehmern zu quatschen.

Pressematerialien:

Das ist eigentlich ein Thema für sich. Deshalb hier nur ganz kurz. Ziel der Pressematerialien ist, den Journalisten bei der Arbeit zu unterstützen. Gefragt sind hier also Fakten, ergänzt um Quellen und Hinweise für die weitere Recherche. In der digitalen Version können dann gleich auch Links zu wichtigen Seiten angegeben werden. Also keine Marketingbotschaften oder Image-”Geschwafel”.

“Journalistenbrille” / “Leserbrille”

Noch ein Gedanke zum Schluss: Immer die Brille der Zielgruppe aufsetzen und genau überlegen, ob diese etwas damit anfangen kann.

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