Aug 25, 2011 | Post by: Sabine No Comments

10 Fragen, die sich Unternehmen stellen sollten, wenn sie twittern

Twitter scheint mehr und mehr der Kanal zu sein, in dem Unternehmen ihre ersten Schritte im Social Web gehen. Sie nutzen damit einen wichtigen Kommunikationskanal, um direkt mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten. Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass wir hier in Echtzeit kommunizieren können. Das erzeugt Nähe. Zudem ist Twitter eine wichtige Nachrichtendrehscheibe: Alle Nachrichten laufen hier zusammen und können schnell weiter verteilt werden. Ein wichtiges Tool auch für Journalisten und Redaktionen, denn bei Twitter tauchen die Infos oft als erstes auf.

Auch bei Twitter kann die Kommunikation natürlich nicht planlos verlaufen. Folgende Fragen sollten vorher beantwortet werden.

1. Warum machen wir das eigentlich?

Zu Beginn sollte sich jedes Unternehmen die Zeit nehmen und darüber nachdenken, wozu der Twitter-Account dienen soll. Welche Ziele und Erwartungen hat das Produktteam oder die Geschäftsleitung? Ziele können beispielsweise sein, den Kontakt zu Kunden zu verbessern oder mehr Service anzubieten, um damit die Kundenbindung zu stärken.

2. Über was reden die anderen so?

Am Anfang erst mal zuhören und sich dann an Diskussionen beteiligen, zum Beispiel durch Antworten auf Tweets oder das Retweeten interessanter Beiträge. Was gerade diskutiert wird findet man zum Beispiel bei https://twitterthemen.de

3. Wer twittert?

Das kann der Chef sein und / oder der einzelne Mitarbeiter. Informationen zum Unternehmen oder zur Person können im Profil eingetragen werden (Firmenname als Accountname, Personen in Biografie). Unter „Biografie“ gibt es 160 Zeichen Platz für eine Vorstellung des Menschen hinter den Tweets.

4. Welche internen Vorbereitungen sind nötig?

Als erstes sollten die Mitarbeiter über die neuen Aktivitäten informiert werden. Außerdem einen Plan machen, wer Antworten zu welcher Art von Fragen geben kann und ein internes Netzwerk von Experten aufbauen.

5. Was interessiert da draußen und welche Infos kommen an?

Nicht nur eigene Unternehmensmeldungen raushauen, sondern auch Links zu Themen, die die Follower interessieren könnten. URL-Verkürzungsdienste kürzen lange Links ein, damit der Link die 140 Zeichen nicht unnötig verschwendet, z.B. bitly.com, Tinyurl.com. Auf Anfragen und Kritik zu den Tweets direkt reagieren, entweder mit einem direkten Bezug zum betreffenden Twitterer (@xy) oder in Form einer Nachricht.

6. Kleckern oder klotzen?

Twitter bietet die Möglichkeit auch erst mal klein anzufangen. 1 Tweet pro Tag oder 3 pro Woche reichen schon aus. Mehrmals täglich checken, ob Fragen und Kommentare da sind, um eine zeitnahe Reaktion zu gewährleisten. Bei Erfolg kann die Frequenz beliebig erhöht werden.

7. Wie mache ich meine Posts sexy?

Nicht mehr als 140 Zeichen für eine Botschaft zwingen uns zu knackigen Formulierungen. @Tiny_tales schreibt ganze Geschichten in 140 Zeichen. Der kurze Satz muss alle Infos enthalten und neugierig machen, auf das was empfohlen wird (Link). Außerdem darf es menscheln, auch im Firmen-Twitter: Auch mal private Dinge oder Fotos posten.

8. Wie messe ich den Erfolg?

Nicht die Zahl der Follower ist entscheidend, sondern ob man die richtigen Follower hat. Das zeigt, ob man die gewünschte Zielgruppe erreicht. Bei mit https://tweetstats.com kann jeder Nutzer eine Statistik seiner Tweets, Antworten und Retweets abrufen. Bitly und andere URL-Verkürzungsdienste erfassen, wie oft der gepostet Link angeklickt wurde.

9. Welche rechtlichen Fallstricke gibt es?

Es gelten wie überall das Urheberrecht, Wettbewerbsrecht, Markenrecht und hier auch das Telemediengesetz. Es lohnt sich, die Twitter-AGB zu lesen: https://business.twitter.com/tos. Um den Vorwurf der Schleichwerbung zu vermeiden, jeden Firmen-Account auch als solchen kennzeichnen. Auch bei Twitter gibt es eine Impressumspflicht, es empfiehlt sich ein Short-Link zum Impressum auf der Website (2-klick-Regel: Von jeder Seite muss der Nutzer in 2 Klicks auf dem Impressum sein). Weitere Informationen bei www.spreerecht.de und zu Bildrechten bei: https://www.rechtambild.de/2011/08/fotoupload-bei-twitter-ein-kurzer-uberblick-uber-fotorechtliche-konsequenzen/

10. Hören auch Journalisten das Gezwitscher?

Die Grenze zwischen Journalisten und Bloggern verschwimmt und auch klassische Printjournalisten sind immer mehr in den sozialen Medien unterwegs – als Sender und Empfänger. Viele Redaktionen nutzen die Nachrichtendrehscheibe Twitter als Rechercheinstrument. Gerade bei den Profis ist es wichtig mit guten Texten und wertvollen News zu punkten. Außerdem ist es hilfreich, Journalisten auf Twitter zu folgen: So erfährt man, welche Themen gerade diskutiert werden.

Twitternde Journalisten sind z.B.:
@mueller-jung, @nicolakuhrt, @mauisurfer25 (Ulrike Langer), @weltkompakt (Frank Schmiechen), @brandeins (Frank Dahlmann), @Wbuechner (ChR dpa), @Wblau (Die Zeit), @RZChefredakteur, @DanielNeuen, @gutjahr, @reporterZDF

Weitere Informationen für twitternde Unternehmen gibt es auch bei Twitter selbst: https://business.twitter.com/

Erklärungen zu den einzelnen Twitter-Begriffen gibt es beispielsweise hier: https://conception-blog.com/kleines-twitter-glossar/2009/ und https://www.gruenderlexikon.de/magazin/die-wichtigsten-twitter-begriffe-kurz-erklart

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